Amalgam ist in aller Munde ...

Wie wahr - sowohl im eigentlichen als auch im übertragenen Sinne.
Amalgam wird seit vielen vielen Jahren als Füllungsmaterial in der Zahnmedizin verwendet.

defekte Amalgamfüllung

  Typische Amalgamfüllungen

 

 

 

Welche Alternative gibt es zum Amalgam? 

Ein Zahn wird mit Compostie gefüllt (Animation)Die heute zur Verfügung stehenden alternative Materialien für Zahnfüllungen sind entweder weniger haltbar oder erheblich aufwendiger in der Herstellung als Amalgam. Fast in monatlichen Abständen kommen neue Materialien auf den Markt, die für sich behaupten die endgültige Alternative zu sein - bis dies jedoch in klinischen Tests bewiesen ist, ist Vorsicht geboten.
Bisher war es häufig der Fall, daß das Material noch vor Abschluß der Tests wieder vom Markt verschwunden war.

Bei der Auflistung der alternative Materialien kann man diese in 5 Gruppen aufteilen

Zemente 
Compomere und Ormocere
Composites (Kunststoffe)   
Keramik   
Gold

Zemente

Steinzement ist ein weißer Zement, der sich höchstens als Langzeitprovisorium anbietet. Das Material ist sehr spröde und kann den Belastungen, die die Zähne beim Kauen ausgesetzt sind nicht standhalten.
Die Abrechnung von Steinzement-Füllungen über die Versicherungskarte ist nicht gestattet, da die Füllung nicht als wirtschaftlich anzusehen ist.

Glasionomer-Zemente sind entweder annähernd zahnfarben oder grau (die grauen enthalten ein Metallpulver zur Verstärkung) und werden für Füllungen an Zahnflächen benutzt, die keine Kaubelastungen ausgesetzt sind, z.B. an den Zahnhälsen. Für Seitenzahnfüllungen sind sie nicht geeignet, außer bei Milchzähnen.
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Glasionomerzementfüllung

Compomere und Ormocere

Compomere sind relativ neue Materialien. Ein Compomer ist eine Mischung aus den vorher genannten Glasionomer-Zementen und den nachfolgend beschriebenen Composites. Das Material ist zahnfarben und relativ einfach in der Handhabung. Für Zahnhalsfüllungen ist es sehr gut geeignet.
Compomere wird auch zunehmend für Füllungen im Seitenzahnbereich eingesetzt. Es ist jedoch noch unklar, ob die Haltbarkeit ausreichend ist - die klinischen Untersuchungen laufen noch.  Die Abrechnung über Versicherungskarte ist wohl möglich - allerdings gibt es dazu noch keine eindeutigen Stellungnahmen.

Ormocere stellen eine ganz neue Materialgruppe dar. Der Name ist eine Abkürzung für Organically Modified Ceramics, d.h. es besteht aus einem Keramik-Pulver in einer flüssigen Matrix.
Da das Material noch ganz neu ist, kann die Haltbarkeit nicht beurteilt werden. Die Herstellung ist erheblich aufwändiger als die einer Amalgamfüllung.
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Composites. (Kunststoffe)

Composite-Füllungen (andere Schreibweise Kompositfüllungen) werden oft als Kunststoff-Füllungen bezeichnet.
Tatsächlich bestehen diese aus etwa 80% keramisches Pulver in einer Kunstharz-Matrix (sog. Bowen-Kunststoff), so daß der Begriff flüssige Keramik eher zutreffen würde (man würde ja auch nicht einen Kachelofen als "Fugenmörtelofen" bezeichnen!).
Diese Materialien gibt es seit über 25 Jahren. Sie sind ständig verbessert worden, so daß man heute sagen kann, daß sie, was die Festigkeit betrifft, durchaus im Seitenzahnbereich eingesetzt werden können.
Wäre da nicht das lästige Problem der Schrumpfung.
Jeder Kunststoff schrumpft, wenn er ausgehärtet wird - etwa 15-18%. Durch hinzufügen der pulverisierten Keramikkörnchen haben die Hersteller zwar die Schrumpfung der Composites erheblich reduzieren können, sie beträgt jedoch immer noch 3-5%. Dadurch würde um eine solche Füllung einen Spalt entstehen, wo sich Bakterien einnisten können - Karies wäre die Folge.
Um das zu verhindern, müssen Composite-Füllungen in einer aufwendigen Schicht-Technik hergestellt  und die Zahnoberflächen mit verschiedenen Haftvermittler vorbehandelt werden, um einen innigen Verbund zwischen Zahn und Füllung zu gewährleisten.
Mit Kunststoff-Füllung versorgter Zahndefekt Zahn mit Kunststoffüllung


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Keramik

Keramik - oder Porzellan - ist ein nahezu unvergängliches Material. Außerdem ist es biologisch unbedenklich und von dem natürlichen Zahn kaum zu unterscheiden.
Einziges Problem ist die aufwendige Bearbeitung. Es gibt verschiedene Herstellungsmethoden für Zahnfüllungen aus Keramik (man spricht hier von Inlays, weil die Füllungen außerhalb des Mundes gefertigt werden um dann anschließend in den Zahn "gelegt" zu werden)
Sinter-Technik: Hier wird ein Keramisches Pulver mit Flüssigkeit vermischt, auf das Modell des Zahnes aufgetragen und anschließend in einem Keramikofen bei etwa 1000°C gebrannt.
Das Verfahren ist extrem aufwendig. Die so hergestellten Inlays sind kaum von dem natürlichen Zahn zu unterscheiden - allerdings sieht man häufig Ausbrüche an den Rändern der Inlays nach einigen Jahren.
Preß-Technik: Bei diesem Verfahren wird ein Rohling aus Keramik durch Erhitzen plastifiziert und anschließend in eine Gußform, die vorher für das Inlay angefertigt wurde, gepreßt. Anschließend wird das Inlay bemalt und glasiert. Die Haltbarkeit scheint etwas besser als die der gesinterten Inlays zu sein.
 

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Keramikinlay

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Gold

Inlays aus Gold gelten seit vielen Jahren als das Non-Plus-Ultra in der Zahnmedizin, allerdings werden sie in den letzten Jahren zunehmend von den Keramikinlays von Platz 1 gedrängt.
Tatsache ist, daß man mit der Goldguß-Technik ein Inlay mit hervorragender Paßgenauigkeit herstellen kann.


Goldinlays

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